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So macht Ihr Eure Kamera wetterfest

Nach diesem Statement auf Twitter vor kurzem, wurde ich mehrfach gefragt, wie ich denn meine Kamera wetterfest mache, um damit zum Beispiel bei Regen draußen fotografieren zu können.

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Vorweg möchte ich eines klarstellen: es gibt mit Sicherheit eine super-fancy Lösung eines Zubehörherstellers. Aber darum geht es hier nicht. Spart Euer Geld für die wichtigen Dinge in der Kameratasche. Ich zeige Euch hier, wie man seine Kamera mit “Hausmitteln” für den Einsatz im Regen fit machen kann.

Die Gefrierbeutel-Gummi-Methode

Gefrierbeutelmethode

… bezeichnet schon die zwei wichtigen Dinge, die Ihr dafür braucht, nämlich einen Gefrierbeutel und ein Gummiband. Die Größe des Gefrierbeutels sollte so gewählt sein, dass Eure Kamera genug Spielraum hat. Das ist z.B. dann wichtig, wenn Ihr Zoomobjektive benutzt, die in Ihrer Länge variieren.

Gefrierbeutelmethode

Als erstes schneidet Ihr eine Ecke des Gefrierbeutels ab. Dann steckt Ihr Eure Kamera in den Beutel und steckt die Frontlinse durch das Loch. Am besten zoomt Ihr das Objektiv vorher auf maximale Länge, dann hat der Tubus nachher genug Platz, sich zu “entfalten”. Anschließend fixiert Ihr den Beutel mit dem Gummiband.

Eure Kamera sollte jetzt für den Einsatz im Regen gerüstet sein. Das Ganze sieht zwar nicht so schick aus, darum geht es ja aber auch nicht. Bewährt hat sich das bei mir allemal. Von Zeit zu Zeit solltet Ihr kontrollieren, ob der Gefrierbeutel wirklich dicht ist. Am besten nehmt Ihr einen Ersatzbeutel mit. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Wie baue ich mir eine Location-Datenbank?

Quo Vadis?

Ihr kennt das ja vielleicht: Ihr plant ein Portrait-Shooting und stellt Euch die alles entscheidende Frage: Wohin gehe ich mit meinem Model? Meistens ist dann guter Rat teuer. Vorallem wenn man sich nicht mehr erinnern kann, wo nochmal diese coole Brücke stand. Oder welche der vielen Locations, die man kennt, zum Grunge-Look der Klamotten passt.

Eine Lösung muss her

Abhilfe schafft hier eine Location-Datenbank. Das klingt kompliziert und nach fürchterlich viel Arbeit, ist es aber eigentlich garnicht. Ich will Euch hier kurz beschreiben wie ich das mache, eine Lösung, die für mich sehr gut funktioniert.

Locations fotografieren

Ortungsdienste aktivieren

Zunächst müssen natürlich einige Locations fotografiert werden. Am besten man gewöhnt sich das als einen Teil des Shootings an. Ich verwende dafür mein iPhone, man kann aber auch jede andere Kamera nehmen. Die Verwendung des iPhones hat hier meiner Meinung nach einen entscheidenden Vorteil: beim Fotografieren wird, sofern in den allgemeinen Einstellungen die Ortungsdienste aktiviert sind, die aktuelle Geoposition mit in die Meta-Daten des Bildes geschrieben. Später kann ich also anhand der Koordinaten genau nachvollziehen, wo das Bild entstanden ist. Das spart mir einen Arbeitsschritt bei der Archivierung, aber dazu kommen wir noch.

Locations archivieren

Danach importiere ich die Bilder der Locations in eine Bildverwaltungs-Software. Ich verwende Aperture 2.0. Das ganze funktioniert aber auch ähnlich mit iPhoto 09 oder Adobe Lightroom. Beim Import vergebe ich Schlagwörter, die zu der Location passen, wie z.B.: rostig, Metall, Beton usw.. Wenn man das regelmäßig macht, kommen schnell einige Locations zusammen.

Locations in Aperture

Wen ich jetzt eine bestimmte Location suche, suche ich nach den entsprechenden Schlagwörtern und bekomme eine Auswahl der Bilder mit den passenden Kriterien angezeigt.

Locations wiederfinden

Locations in Google Maps anzeigen lassen

Wenn ich eine Location anhand eines Bildes ausgewählt habe, kann ich ganz einfach nachvollziehen, wo das Bild aufgenommen wurde (Ihr erinnert Euch: die Geodaten!). Dazu wähle ich im Menü den Punkt Metadaten, und dann Auf Karte zeigen… aus. Danach öffnet sich Safari und ich bekomme den genauen Ort der Location in Google Maps angezeigt.

Für alle die keine Bilder mit eingeschriebenen Geodaten haben: Nicht verzweifeln! Man kann die Geodaten auch manuell nachtragen. Das ist zwar etwas mehr Arbeit, lohnt sich auf Dauer aber auf jeden Fall. Wer keine Lust auf Geodaten hat, kann auch einfach die Adresse der Location in die Metadaten schreiben.

Ihr seht, soviel Arbeit ist es garnicht. Und wenn Ihr mal wieder auf der Suche nach einer bestimmten Location seid, habt Ihr sie blitzschnell auf dem Schirm.

Wie handhabt Ihr das mit den Locations? Habt Ihr auch ein Archiv dafür?

Outdoor-Portraits: Die Sonne richtig nutzen

Portraitaufnahmen im Freien sind eine knifflige Angelegenheit. Besonders, wenn es (so wie zur Zeit sehr häufig) richtig schön sonnig ist. Zusammengekniffene Augen, harte Schatten im Gesicht und ein sehr hoher Kontrastumfang im Motiv, all das macht einem Fotografen das Leben schwer. Wie Ihr mit dem Sonnenlicht in solchen Situationen umgehen könnt, das erkläre ich Euch anhand eines Bildbeispiels.

Marco

Das Setup

Bei diesem Bild benutze ich die Sonne als Konturlicht. Durch diese Art der Lichtführung erreicht man eine sehr plastische Ausleuchtung. Da ich den Stand der Sonne selbst natürlich nicht verändern kann, positioniere ich mein Model so, dass das Sonnenlicht von schräg hinten auf die Person fällt. Das Gesicht liegt jetzt im Schatten und man sollte nur eine schmale Lichtkontur auf einer Seite des Models sehen. Hierbei sollte man aufpassen, dass die Nasenspitze auch im Schatten liegt, da sonst später ein heller Fleck auf der Nase des Models zu sehen ist (unschön!). Der erste Schritt ist damit gemeistert.
Als nächstes baue ich meinen Blitz auf. In meinem Fall benutze ich Studioblitze, die ich mithilfe eines mobilen Akkus auch im freien verwenden kann. Ihr könnt aber genauso gut mit entfesselten Systemblitzen arbeiten. Der Blitz dient Euch als Hauptlicht und wird genau entgegengesetzt der Sonne aufgestellt. Welchen Lichtformer Ihr verwendet ist letztendlich Geschmackssache. Ich benutze häufig eine kleine Softbox (40×60cm) oder einen Beauty-Dish (d=40cm).

Setup

Die Belichtung

Um die richtige (oder besser: die für Euch passende) Belichtung zu ermitteln, müsst Ihr die beiden Lichtquellen ins richtige Verhältnis setzen. Da Ihr an der Intensität der Sonne nichts ändern könnt, bleibt Euch nichts anderes übrig, als sich damit zu begnügen und die andere Lichtquelle (Euren Blitz) darauf abzustimmen. Hier empfiehlt es sich mit einem externen Belichtungsmesser zu arbeiten. Wer keinen hat, der muss die Belichtung durch Testaufnahmen bestimmen. Die Abstimmung der beiden Lichtquellen aufeinander ist wieder Geschmackssache: ich mach es gerne so, dass mein Hauptlicht gleich stark bis eine Blende schwächer ist, als die Sonne. Das bedeutet z.B.: Ich messe das auftreffende Licht der Sonne am Model mit Blende 16, d.h. ich muss meinen Blitz so einstellen, dass das von ihm auftreffende Licht beim Model ebenfalls mit Blende 16 (oder Blende 11, je nach Geschmack) gemessen werden kann. Die Belichtungszeit stelle ich meistens auf 1/125s oder, wenn ich das Umgebungslicht noch weiter reduzieren möchte, auf 1/250s. Wichtiges Hilfsmittel bei der Aufnahme: Streulichtblende!

Die Sonne wandert

Wenn Ihr länger an einem ort fotografiert, werdet Ihr irgendwann Euer Setup etwas umbauen müssen, da die Sonne weiterwandert. Das kann problematisch sein, wenn Ihr z.B. einen bestimmten Hintergrund benötigt, der bei einem “Weiterziehen” des kompletten Setups nicht mehr gegeben ist. Am besten Ihr besichtigt die Location schon einen Tag vorher und prüft, zu welcher Zeit die Sonne wo steht. So seid Ihr in der Lage Euer Shooting zeitlich besser zu planen.

Portraits im Freien – Wie handhabt Ihr das? Habt Ihr Probleme mit der Lichtführung? Welche Methoden und welches Equipment verwendet Ihr dazu?

Gastartikel auf fotoholiker.com

Nachdem ich letzte Woche eine Table-Top-Aufnahme einer Zitrone auf flickr veröffentlicht hatte, wurde ich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, einen Gastartikel über das Thema Table-Top-Fotografie auf fotoholiker.com zu schreiben. Dieser Bitte bin ich natürlich sehr gerne nachgekommen, das Ergebnis könnt Ihr hier lesen.

Livesituationen im Studio simulieren

Wer mir auf Twitter folgt, der hat es vielleicht bereits mitbekommen: am vergangenen Wochenende stand mal wieder ein Band-Shooting in meinem Terminkalender. Diesmal sollten Portraits einer Rockband gemacht werden, die jeden einzelnen Musiker samt Instrument in einer Livesituation zeigen.

Vorüberlegungen

Die erste Überlegung hierbei ist natürlich: Wo soll das Ganze fotografiert werden? Am einfachsten wäre natürlich ein realer Liveauftritt gewesen. Allerdings haben wir uns nach einigen Überlegungen dagegen entschieden und die Bilder im Studio umgesetzt, und zwar aus folgenden Gründen:

  • Das Studio bietet maximale Kontrolle über die Lichtverhältnisse.
  • Die Musiker können isoliert dargestellt werden. Eine Tatsache die den Portraitcharakter der Aufnahmen unterstreicht.
  • Die Einstellungen lassen sich beliebig oft wiederholen.
  • Die Studiobeleuchtung erlaubt wesentlich geringere Empfindlichkeiten und damit weniger Bildrauschen.
  • Der Zeitrahmen spielt natürlich auch eine Rolle: Es stand derzeit kein Liveauftritt mit attraktiver Kulisse auf dem Programm.

Set-Aufbau

Drums

Im folgenden möchte ich den Lichtaufbau und meine Gedanken dazu anhand zweier Aufnahmen erläutern. Die erste Aufnahme rechts zeigt den Drummer der Band. Hierbei kamen drei Lichtquellen zum Einsatz (siehe Darstellung unten): Eine Lampe mit Normalreflektor direkt von oben über dem Drumset (1), eine weitere mit Wabengitter und rosa Farbfolie als Streiflicht von rechts (2) und schließlich eine letzte ohne Reflektor (barebulb) hinter dem Drummer(3). Das Licht von oben beleuchtet sowohl das Gesicht des Drummers, als auch die Felle der einzelnen Drums, die sich wiederum unten in den Becken spiegeln. Das Steiflicht mit der Farbfolie imitiert einen Bühnenscheinwerfer und sorgt für mehr “Live-Feeling”. Das Gegenlicht sorgt für die nötige Kontur am Kopf des Drummers.

LightingSetup

Guitar

In der zweiten Aufnahme, welche den Gitarristen zeigt, habe ich ein etwas anderes Setup verwendet. Auch hier verwende ich drei Lichtquellen (siehe Darstellung unten): Eine Lampe in Bodennähe mit Wabengitter und gelber Folie links vom Modell (1), eine weitere mit rosa Farbfolie als Streiflicht (2) und schließlich erneut eine Lampe ohne Reflektor hinter dem Modell. Die beiden Lampen mit Farbfolien ersetzen die Bühnenscheinwerfer. Die Lampe in Bodennähe sorgt dafür, dass die Gitarre ausreichende Details erhält. Das Gegenlicht, welches ich in diesem Beispiel bewußt mit ins Bild genommen habe, soll ebenfalls einen Bühnenscheinwerfer darstellen.

LightingSetup Guitar

Noch ein paar Worte zur Bearbeitung: Die Bilder wurden in Aperture im Hinblick auf Kontrast und Sättigung etwas optimiert und in Photoshop stellenweise abgedunkelt.

Schlußbemerkungen

Natürlich kann eine inszenierte Liveaufnahme eine Echte nie ersetzen, dafür fehlen einfach zuviele Details wie z.B.: Bühnenaufbauten, Publikum etc. Allerdings waren die Gründe für Studioaufnahmen in diesem Fall vernünftig und gut durchdacht.