Foto: Garry Knight
Nicht immer steht man als Fotograf selbst hinter der Kamera, nicht immer hat man den Finger am Auslöser. Manchmal ist man als Fotograf auch Assistent. Aber warum sollte man sich das wirklich antun? Schließlich ist man doch selbst der Kreative und hat gerne alles in der Hand! Da ich diese Frage, die übrigens auch schon auf meinem Formspring-Account aufgetaucht ist, für gar nicht so unwichtig halte, möchte ich gerne mal ein paar Gedanken zum “Assistent-Sein” loswerden.
Vor ein paar Wochen hat mich Aline (Website | Blog) gefragt, ob ich nicht Lust und Zeit hätte, ihr bei einem Ihrer Hochzeitsshootings zu assistieren. Es ging dabei zum einen um ein Portraitshooting, bei dem ich als Assistent fungieren, zum anderen um eine Fotoreportage, bei der ich sozusagen als “Backup”-Fotograf zum Einsatz kommen sollte.
Ohne lange zu überlegen habe ich zugesagt. Ich kann aus meiner Erfahrung sagen, dass man beim Assistieren eigentlich nur profitieren kann. In meinen Augen hat ein Assistenzjob nichts damit zu tun, die zweite Geige zu spielen (wie im zugegebenermaßen provokanten Titel erwähnt). Ich kann jedem nur ans Herz legen, mal einen Assistentenjob zu machen, am besten bei einem Fotografen, dessen Bilder ihr auch toll findet. Denn
- beim Assistieren hat man die Möglichkeit, anderen Fotografen beim Arbeiten zuzuschauen. Tutorials und Videotrainings hin oder her, wenn Ihr was dazulernen wollt, ist diese Live-Methode immer noch die beste!
- Ihr seht, wie andere Fotografen an bestimmte Situationen herangehen. Das geht bei der Auswahl der Location los und zieht sich über den Umgang mit den Leuten vor der Kamera bis hin zum RAW-Workflow und der Bildpräsentation.
- Ihr könnt Euch selbst einbringen und direktes Feedback bekommen. Viele Fotografen sind sicher bereit, Euch Tipps zu geben, wie Ihr Eure fotografische Arbeit verbessern könnt.
- es macht schlicht und ergreifend einfach Spaß, mit anderen Kreativen zusammen zu arbeiten und sich auszutauschen.
Ihr seht also, es kann sich durchaus lohnen, einem Fotografen zu assistieren. Wenn man seine Scheu vor dem oft als undankbar verschriehenen Assistententum ablegt, kann man bei solchen Gelegenheiten nur gewinnen. Probiert es aus!
Ach ja: mir hat der Job am Wochenende übrigens viel Spaß gemacht und ich habe auch ein paar Dinge für mich mitgenommen, die ich mit Sicherheit bei meiner Arbeit in Zukunft gut gebrauchen kann.


Ich habe auch was gelernt.. Auto fahren und sich dabei unterhalten = geblitz werden ;-)
Schöner Bericht und ich kann dem ganzen nur zustimmen!
[...] Warum es sich lohnt, als Fotograf auch einmal in die Rolle des Assistenten zu schlüpfen, berichtet Johannes in “Assistenz – Bedeutet das, die zweite Geige zu spielen?“. [...]