Archiv für Juni 2009

Quicktipp: Fotobuchsoftware “austricksen”

Vor kurzem habe ich zwei Fotobücher bei fotobuch.de in Auftrag gegeben. Die Software dieses Anbieters, die sich verheißungsvoll Designer 2.0 nennt, gibt es mittlerweile sowohl für PC, als auch für den Mac. Wie das aber immer mit solcher Software ist: so richtig zufriedenstellend ist das Ganze irgendwie nicht. Man hat zwar die Möglichkeit, eigene Seitenlayouts anzulegen und diese auch abzuspeichern, wer aber richtig in die Gestaltung eingreifen möchte um eigene Hintergründe oder Grafiken mit einzubinden, der muss einen kleinen Umweg machen.

Eigene Seitenlayouts mit Photoshop

Der kleine Umweg führt, wer hätte das gedacht, über Photoshop. Die Überlegung ist ganz einfach: Ich lege mir jede Buchseite als formatfüllendes Bild an und platziere dieses dann in der Fotobuch-Software als seitenfüllendes Motiv. D.h. wenn mein Buch ein Doppelseitenformat von 41×20,5cm hat, dann lege ich mir ein Photoshop-Dokument in dieser Größe an und kann annfangen, frei zu gestalten.

Der Haken

Die Sache hat einen kleinen Haken: aus produktionstechnischen Gründen werden die Ränder der einzelnen Seiten und vorallem die des Einbands mehr oder weniger stark beschnitten. Das lässt sich in der Fotobuch-Software leicht kontrollieren, im Photoshop allerdings nicht. Spätestens beim Anlegen der einzelnen Seiten in der Software sieht man dann aber, ob der Platz am Rand ausreicht, oder nicht. Am Besten einfach genug Raum zum Rand hin lassen.

Behind The Scenes: Windkanal-Shooting

Das dieses Video endlich online ist, freut mich sehr und ich bedanke mich ganz herzlich bei Chris für seine tolle Arbeit. Das Shooting liegt schon eine ganze Weile zurück, einige kennen vielleicht die Aufnahmen die dort entstanden sind schon. Am Besten, ich lasse Euch mit den bewegten Bildern allein.

Outdoor-Portraits: Die Sonne richtig nutzen

Portraitaufnahmen im Freien sind eine knifflige Angelegenheit. Besonders, wenn es (so wie zur Zeit sehr häufig) richtig schön sonnig ist. Zusammengekniffene Augen, harte Schatten im Gesicht und ein sehr hoher Kontrastumfang im Motiv, all das macht einem Fotografen das Leben schwer. Wie Ihr mit dem Sonnenlicht in solchen Situationen umgehen könnt, das erkläre ich Euch anhand eines Bildbeispiels.

Marco

Das Setup

Bei diesem Bild benutze ich die Sonne als Konturlicht. Durch diese Art der Lichtführung erreicht man eine sehr plastische Ausleuchtung. Da ich den Stand der Sonne selbst natürlich nicht verändern kann, positioniere ich mein Model so, dass das Sonnenlicht von schräg hinten auf die Person fällt. Das Gesicht liegt jetzt im Schatten und man sollte nur eine schmale Lichtkontur auf einer Seite des Models sehen. Hierbei sollte man aufpassen, dass die Nasenspitze auch im Schatten liegt, da sonst später ein heller Fleck auf der Nase des Models zu sehen ist (unschön!). Der erste Schritt ist damit gemeistert.
Als nächstes baue ich meinen Blitz auf. In meinem Fall benutze ich Studioblitze, die ich mithilfe eines mobilen Akkus auch im freien verwenden kann. Ihr könnt aber genauso gut mit entfesselten Systemblitzen arbeiten. Der Blitz dient Euch als Hauptlicht und wird genau entgegengesetzt der Sonne aufgestellt. Welchen Lichtformer Ihr verwendet ist letztendlich Geschmackssache. Ich benutze häufig eine kleine Softbox (40×60cm) oder einen Beauty-Dish (d=40cm).

Setup

Die Belichtung

Um die richtige (oder besser: die für Euch passende) Belichtung zu ermitteln, müsst Ihr die beiden Lichtquellen ins richtige Verhältnis setzen. Da Ihr an der Intensität der Sonne nichts ändern könnt, bleibt Euch nichts anderes übrig, als sich damit zu begnügen und die andere Lichtquelle (Euren Blitz) darauf abzustimmen. Hier empfiehlt es sich mit einem externen Belichtungsmesser zu arbeiten. Wer keinen hat, der muss die Belichtung durch Testaufnahmen bestimmen. Die Abstimmung der beiden Lichtquellen aufeinander ist wieder Geschmackssache: ich mach es gerne so, dass mein Hauptlicht gleich stark bis eine Blende schwächer ist, als die Sonne. Das bedeutet z.B.: Ich messe das auftreffende Licht der Sonne am Model mit Blende 16, d.h. ich muss meinen Blitz so einstellen, dass das von ihm auftreffende Licht beim Model ebenfalls mit Blende 16 (oder Blende 11, je nach Geschmack) gemessen werden kann. Die Belichtungszeit stelle ich meistens auf 1/125s oder, wenn ich das Umgebungslicht noch weiter reduzieren möchte, auf 1/250s. Wichtiges Hilfsmittel bei der Aufnahme: Streulichtblende!

Die Sonne wandert

Wenn Ihr länger an einem ort fotografiert, werdet Ihr irgendwann Euer Setup etwas umbauen müssen, da die Sonne weiterwandert. Das kann problematisch sein, wenn Ihr z.B. einen bestimmten Hintergrund benötigt, der bei einem “Weiterziehen” des kompletten Setups nicht mehr gegeben ist. Am besten Ihr besichtigt die Location schon einen Tag vorher und prüft, zu welcher Zeit die Sonne wo steht. So seid Ihr in der Lage Euer Shooting zeitlich besser zu planen.

Portraits im Freien – Wie handhabt Ihr das? Habt Ihr Probleme mit der Lichtführung? Welche Methoden und welches Equipment verwendet Ihr dazu?