Livesituationen im Studio simulieren

Wer mir auf Twitter folgt, der hat es vielleicht bereits mitbekommen: am vergangenen Wochenende stand mal wieder ein Band-Shooting in meinem Terminkalender. Diesmal sollten Portraits einer Rockband gemacht werden, die jeden einzelnen Musiker samt Instrument in einer Livesituation zeigen.

Vorüberlegungen

Die erste Überlegung hierbei ist natürlich: Wo soll das Ganze fotografiert werden? Am einfachsten wäre natürlich ein realer Liveauftritt gewesen. Allerdings haben wir uns nach einigen Überlegungen dagegen entschieden und die Bilder im Studio umgesetzt, und zwar aus folgenden Gründen:

  • Das Studio bietet maximale Kontrolle über die Lichtverhältnisse.
  • Die Musiker können isoliert dargestellt werden. Eine Tatsache die den Portraitcharakter der Aufnahmen unterstreicht.
  • Die Einstellungen lassen sich beliebig oft wiederholen.
  • Die Studiobeleuchtung erlaubt wesentlich geringere Empfindlichkeiten und damit weniger Bildrauschen.
  • Der Zeitrahmen spielt natürlich auch eine Rolle: Es stand derzeit kein Liveauftritt mit attraktiver Kulisse auf dem Programm.

Set-Aufbau

Drums

Im folgenden möchte ich den Lichtaufbau und meine Gedanken dazu anhand zweier Aufnahmen erläutern. Die erste Aufnahme rechts zeigt den Drummer der Band. Hierbei kamen drei Lichtquellen zum Einsatz (siehe Darstellung unten): Eine Lampe mit Normalreflektor direkt von oben über dem Drumset (1), eine weitere mit Wabengitter und rosa Farbfolie als Streiflicht von rechts (2) und schließlich eine letzte ohne Reflektor (barebulb) hinter dem Drummer(3). Das Licht von oben beleuchtet sowohl das Gesicht des Drummers, als auch die Felle der einzelnen Drums, die sich wiederum unten in den Becken spiegeln. Das Steiflicht mit der Farbfolie imitiert einen Bühnenscheinwerfer und sorgt für mehr “Live-Feeling”. Das Gegenlicht sorgt für die nötige Kontur am Kopf des Drummers.

LightingSetup

Guitar

In der zweiten Aufnahme, welche den Gitarristen zeigt, habe ich ein etwas anderes Setup verwendet. Auch hier verwende ich drei Lichtquellen (siehe Darstellung unten): Eine Lampe in Bodennähe mit Wabengitter und gelber Folie links vom Modell (1), eine weitere mit rosa Farbfolie als Streiflicht (2) und schließlich erneut eine Lampe ohne Reflektor hinter dem Modell. Die beiden Lampen mit Farbfolien ersetzen die Bühnenscheinwerfer. Die Lampe in Bodennähe sorgt dafür, dass die Gitarre ausreichende Details erhält. Das Gegenlicht, welches ich in diesem Beispiel bewußt mit ins Bild genommen habe, soll ebenfalls einen Bühnenscheinwerfer darstellen.

LightingSetup Guitar

Noch ein paar Worte zur Bearbeitung: Die Bilder wurden in Aperture im Hinblick auf Kontrast und Sättigung etwas optimiert und in Photoshop stellenweise abgedunkelt.

Schlußbemerkungen

Natürlich kann eine inszenierte Liveaufnahme eine Echte nie ersetzen, dafür fehlen einfach zuviele Details wie z.B.: Bühnenaufbauten, Publikum etc. Allerdings waren die Gründe für Studioaufnahmen in diesem Fall vernünftig und gut durchdacht.

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